Nachhaltige Geldanlage

Fonds erleichtern grünes Investment

Von Katharina Lehmann · 2017

Ein Kriterium kann Environment sein.

Investments nach nachhaltigen Kriterien lohnen gleich doppelt: Sie sind gut für Umwelt und Gesellschaft und bringen eine ordentliche Rendite. Am einfachsten geht der Einstieg mit Nachhaltigkeitsfonds.

Die Schweizer sind wirklich umweltbewusst: Wenn es um Recycling geht, sammeln sie 93 Prozent der Glasflaschen, 91 Prozent der Alu-Dosen und 83 Prozent der Plastikflaschen für die Wiederverwertung. Beim Anlegen jedoch setzen die wenigsten auf Nachhaltigkeitskriterien. Gerade mal sieben Prozent der Vermögenswerte wurden im vergangenen Jahr in der Eidgenossenschaft nachhaltig investiert. Im Jahr zuvor waren es gar nur vier Prozent.

Environment, Social, Governance

Am einfachsten geht nachhaltiges Investieren über Fonds. Spezielle Sustainable Funds setzen dabei auf drei Kriterien:
Environment (Umwelt), Social (Soziales) und Governance (Unternehmensführung) müssen stimmen, damit Unternehmenswerte aufgenommen werden. Dabei gibt es zwei Vorgehensweisen: Entweder werden kontroverse Branchen kategorisch ausgeschlossen. Oder es werden aus allen Industrien gezielt diejenigen Firmen ausgesucht, die innerhalb ihrer Branche die grössten Anstrengungen unternehmen, nachhaltig zu werden. So kann es durchaus vorkommen, dass ein Anleger über einen Ökofonds in eine Ölfirma investiert. Aus umweltpolitischer Perspektive könne das durchaus Sinn machen, vor allem wenn der betreffende Ölkonzern umweltpolitisch fortschrittlich agiert und zum Beispiel viel Geld in die Forschung und Entwicklung neuer, emissionsarmer Technologien steckt.

Spannend für Anleger

Für Anleger sind nachhaltige Investments in doppelter Hinsicht spannend. Sie setzen sich mit ihrem Vermögen nicht nur für eine bessere Umwelt und Gesellschaft ein, sondern erwirtschaften auch eine einträgliche Rendite. Denn verantwortungsvolle Geldanlagen stehen den klassischen Investments in puncto Rendite auf lange Sicht in nichts nach. Im Gegenteil: Unternehmen können durch nachhaltiges Wirtschaften langfristig sogar erfolgreicher sein, weil sie besser auf neue Umweltstandards reagieren oder sich rascher an ein neues Marktumfeld anpassen. Ausserdem sind die Aktien eines Unternehmens, dem nicht ständig Klagen wegen Umweltverschmutzung oder schlechter Führung drohen, weniger risikoreich.