CSR

Gestärkt in die Zukunft

Von Katharina Lehmann · 2017

Eines der bekanntesten Beispiele für den Umwelt- und Klimaschutz sind die Windgeneratoren zur nachhaltigen Ernergiegewinnung.

Schweizer Firmen müssen soziale Verantwortung übernehmen – sowohl für Umwelt und ­Klima als auch für Mitarbeitende, Konsumierende und Geschäftspartner. Nur so können sie im Wettbewerb bestehen.

Der Nachhaltigkeitsbericht hat in der Schweiz eine wachsende Bedeutung. Dennoch sind es bislang nicht mehr als 88 der 500 grössten Unternehmen des Landes, die ihre Bemühungen in Sachen Corporate Social Responsibility (CSR) – also bezüglich Umwelt und Sozialstandards, mitarbeiterbezogener Aspekte, Menschenrechte, Korruption, Bestechung sowie Diversity – in Form eines Nachhaltigkeitsberichts kommunizieren. Das haben die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZAHW) in einer Studie ermittelt. Zum Vergleich: 2014 haben nur 60 Unternehmen einen Nachhaltigkeitsbericht erstellt. Bei den Banken veröffentlichten ihn zuletzt 50 Prozent, bei den Unternehmen der Energie- und Wasserversorgung 23 Prozent und im Immobilienbereich neun Prozent.
«Der Prozess wird vor allem in jenen Branchen beschleunigt, in denen der Druck auf die aktuelle Geschäftspraxis wächst und wo eine nachhaltigere Herangehensweise in kurzer Zeit klare Vorteile bringt», erklärt Claus-Heinrich Daub, Professor am Institut für Unternehmensführung der FHNW. Für den CSR-Experten ist ein Nachhaltigkeitsbericht dann glaubwürdig, wenn nicht nur über Erfolge, sondern auch über nichterreichte Ziele transparent berichtet wird. «Dafür muss das Unternehmen verbindliche, messbare und ambitionierte Ziele formulieren, die an einen Termin gebunden sind.»

Konzerne lassen CSR-Berichte extern prüfen

Allerdings: Der Anteil extern validierter Berichte ist in der Schweiz vergleichsweise klein, kritisiert Daub. Nur 24 Prozent aller Unternehmen, die Umweltziele formuliert hatten, liessen diese auch von externen Experten überprüfen. Vor allem grössere Unternehmen ziehen externe Prüfer heran. Bei ihnen gehört die Berichterstattung aber auch zur Routine. Der Grund: Von Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern fordert die EU regelmässige Berichte über ihre CSR.

Soziale Verantwortung macht zukunftsfähig

Für die Schweizer Wirtschaft ist ein wachsendes Bewusstsein für nachhaltige, zukunftsfähige Geschäftsmodelle positiv zu sehen. Denn nur wer sich veränderten Rahmenbedingungen stellt und verantwortungsvoll mit Umwelt, Ressourcen und Menschen – egal ob Konsumierenden oder Mitarbeitenden – umgeht, wird auch in Zukunft wettbewerbsfähig bleiben.
Denn Massnahmen zum Umweltschutz und zur Verbesserung der Sozialstandards im In- und Ausland stärken die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens und beeinflussen die Kunden und Geschäftspartner positiv. Zudem schützen Energie- und Materialeffizienz nicht nur das Klima, sondern senken auch die Kosten. Und nicht zuletzt fördern gute Arbeitsbedingungen die Motivation, Kreativität und Einsatzbereitschaft der Mitarbeitenden und machen das Unternehmen auch für zukünftige Fach- und Führungskräfte interessant. So haben Unternehmen, die ihre soziale Verantwortung wahrnehmen, bis zu 50 Prozent niedrigere Fluktuationsraten und finden leichter neue Mitarbeiter.