Nachhaltiges Bauen

Hausbau mit gutem Gewissen

Von Tobias Lemser · 2019

Wer Baustoffe klug auswählt und sämtliche Kriterien von der Herstellung bis zum Einbau im Haus unter die Lupe nimmt, kann viel für die Klimabilanz tun. Einige Beispiele.

Umwelt- und klimabewusst zu leben, wird für immer mehr Menschen zu einem zentralen Bestandteil im täglichen Leben. Ob im Bereich Mobilität, beim Einkaufen oder vermehrt nun auch im Bau. Denn wer sich für ein energieeffizientes Eigenheim entscheidet, spart langfristig nicht nur Geld, sondern verbraucht, etwa durch erneuerbare Heizenergien, viel weniger Ressourcen. Fakt ist jedoch auch: Gebäude mit geringem Energieverbrauch müssen nicht zwangsläufig nachhaltig sein. Deshalb ist es ebenso wichtig, Umweltbelastungen sowie den Energie- und Ressourcenverbrauch der verbauten Materialien über den gesamten Lebenszyklus mit einzurechnen.

Nachhaltige Baustoffe unter der Lupe

Beispiel Baumaterialien: Statt energetisch aufwändig hergestellte Baustoffe wie Beton zu verwenden, eignet sich ebenso lokaler Recyclingbeton. So entstehen nicht nur kurze Anfahrtswege, sondern durch die Wiederverwertung auch weniger Bauabfälle. Zudem werden Kiesreserven geschont. Hervorragende Eigenschaften angesichts seiner Feuchtigkeitsregulierung, Wiederverwertbarkeit und schadstoffarmen Entsorgung wird ausserdem Holz bescheinigt. Anwendung findet der Alleskönner im Block-, Rahmen- und Massivholzbau sowie als Fussbodenbelag, Fassaden- und Wandverkleidung. Unerlässlich ist es jedoch, auf Holzprodukte mit dem FSC-Label zu achten, um Raubbau vorzubeugen. Aber auch in puncto Wärmedämmung ist nachhaltiges Handeln im Bau möglich. Zwar braucht es zumeist einen hohen Energieaufwand, um beispielsweise aus Pflanzenfasern Dämmplatten herzustellen. Zudem müssen etwa Kokosfasern und Kork importiert werden. Dennoch lohnt es sich aus rein energetischen Gesichtspunkten fast immer, das Haus zu dämmen. Bedeutet: Bereits nach kurzer Zeit können Eigentümer bei durchschnittlichem Heizverhalten mehr Energie einsparen, als zur Produktion und beim Transport des Dämmstoffes benötigt wurde – was unterm Strich unserer gesamten Klimabilanz zugutekommt.