Neubau von nachhaltigen Immobilien

Im alten Bestand liegt die grüne Zukunft

Von Nadine Effert · 2015

Der Neubau von nachhaltigen Immobilien ist keine Kunst. Die eigentliche Herausforderung liegt in der energetischen Sanierung von Altbauten, um deren enormen Energieverbrauch zu senken.

Nachhaltige Immobilien schaffen langfristig einen Mehrwert

Wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht, dürfen Immobilien nicht ausgeklammert werden. Immerhin geht knapp 50 Prozent des Primärenergieverbrauchs auf das Konto von Gebäuden. Beim energetischen Standard von Neubauten gehört die Schweiz zu den fortschrittlichsten Ländern. Ein Beispiel: Im Jahr 1985 verbrauchten Liegenschaften 22 Liter Heizöl pro Quadratmeter Wohnfläche, heute nur noch 4,5 Liter pro Quadratmeter. Die «Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich», die zu Beginn des Jahres verabschiedet worden sind, sehen weitere Verschärfungen vor - etwa die Selbstversorgung mit Wärmeenergie und Strom ab 2020.

Investitionen, die lohnen

Die eigentlichen Energiefresser sind Altbauten, deren energetische Sanierung daher wichtig ist - sei es durch die Entfernung von Durchlauferhitzern und alten Heizungsanlagen, eine neue Wärmedämmung von Keller, Dach und Fassaden oder den Einbau energiesparender Fenster. Diese Massnahmen senken nicht nur den Verbrauch von Energie, die möglichst aus erneuerbaren Energiequellen gespeist werden sollte, um ein Vielfaches, sondern erhöhen auch den Wohnkomfort. Da mag sich so manch einer wundern, dass aktuell in der Schweiz pro Jahr nur ein Prozent des alten Gebäudebestands saniert wird. Klar, wer seine Immobilie energetisch auf den neuesten Stand bringt, muss erst einmal viel Geld in die Hand nehmen. Langfristig schaffen nachhaltige Immobilien jedoch einen echten Mehrwert.

Nicht nur der Energieverbrauch zählt

Diese jedoch allein auf den Aspekt der Energieeffizienz zu reduzieren, ist falsch. Im Bereich Umweltfreundlichkeit geht es auch um den verantwortungsvollen Einsatz natürlicher Ressourcen und die Vermeidung von Gefahrstoffen bei der Erstellung und dem Erhalt der Gebäude. Nicht zu vergessen Themen wie sozialverträglicher Mietzins, Mobilität in Abhängigkeit vom Gebäudestandort, effiziente Gebäudebewirtschaftung und Flächenknappheit. «Wir haben keine zweite Schweiz im Keller», so brachte es einst der Lausanner Stadtpräsident Daniel Brélaz auf den Punkt. Jede Sekunde wird in der Schweiz ein Quadratmeter Fläche zugebaut. Neben der Senkung des Energieverbrauchs kommt also unter anderem auch dem Schutz und der Erhaltung des noch unverbauten Landes durch eine nachhaltige Raumplanung eine grosse Bedeutung zu.