Sustainable Finance

Im Kommen: Nach «grünen» Kriterien investieren

Von Mark Krüger · 2019

Raus aus dem Schattendasein, rein ins Rampenlicht: Das Thema Sustainable Finance nimmt Fahrt auf im Schweizer Finanzsektor. Laut einer Studie von Swiss Sustainable Finance (SSF) steigt die Nachfrage nach Nachhaltigkeitsportfolios.

Nicht nur die Fridays for Future-Demonstranten weisen darauf hin, dass die Belastbarkeitsgrenzen unseres Planeten überschritten sind. Dafür Zeugnisse sind Klimawandel, Wasserknappheit und der Verlust von Biodiversität, um nur einige Auswirkungen zu nennen. Es gilt unsere Produktions- und Konsummuster zu überdenken, um die Funktionsfähigkeit der Ökosysteme sicherzustellen, jetzt und für künftige Generationen. Dabei kommt auch dem Finanzsektor eine bedeutende Rolle zu. Stichwort: Sustainable Finance.

Förderung nachhaltiger Wirtschaftsweisen

Doch was steckt dahinter? Von Sustainable Finance ist die Rede, wenn Finanzakteure Umwelt-, Sozial- und Governance-Themen bei Finanzierungs- und Investitionsentscheiden systematisch berücksichtigen. Die Bewertung erfolgt anhand bestimmter Nachhaltigkeitsfaktoren, wie zum Beispiel CO2-Emissionen oder der Ausschluss von Kinderarbeit. Über lange Zeit bestand ein Bauchgrummeln bei Investoren und Vermögensverwaltern beim Gedanken an die «grüne Anlagealternative», fürchtete man doch das Ganze ginge auf Kosten der Rendite. Jene Skeptiker wurden eines Besseren belehrt, und zwar von Studienergebnissen, die zeigten, dass herkömmliche Anlageformen diesbezüglich nicht per se die Nase vorn haben.

Wachstum zu verzeichnen

Ein Blick in die aktuelle Schweizer Marktstudie Nachhaltige Anlagen 2019 von Swiss Sustainable Finance (SSF) lässt einen klaren Trend erkennen: Immer mehr institutionelle Anleger setzen auf nachhaltige Anlagestrategien, immer mehr Asset Manager berücksichtigen Nachhaltigkeitsaspekte standardmässig in ihren Prozessen. Per Ende 2018 wurden in der Schweiz bereits 716,6 Milliarden CHF nachhaltig angelegt. Das entspricht einer Zunahme von 83 Prozent. Nachhaltige Anlagefonds wuchsen mit 102 Prozent am deutlichsten. Auch der Anteil nachhaltiger Immobilienanlagen ist erneut gestiegen und macht nun mit 24,2 Prozent den grössten Anteil aller nachhaltig verwalteter Assets aus, gefolgt von Aktien mit 21,3 Prozent.