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Unternehmensbeitrag

Jedes Gebäude braucht eine Identität!

Von Thiébaut Parent Senior Consultant Drees & Sommer Schweiz AG · 2020

Der Begriff Nachhaltigkeit bedeutet mehr als «nur» energie­effizientes Bauen. Ebenso wichtig ist ein intelligentes Rohstoff­management basierend auf der Kreislauffähigkeit von Gebäuden.

Die Schweiz will bis 2050 klimaneutral werden. Damit dieses ambitionierte Ziel erreicht werden kann, braucht es eine Revolution im Gebäudesektor. Denn die Bauindustrie verbraucht 50 Prozent der Rohstoffe und verursacht 60 Prozent des Abfalls. Ein zentraler Hebel, um dieser Verschwendung von Baustoffen und Materialien Einhalt zu gebieten, ist die Kreislauffähigkeit von Gebäuden. Gebäude müssen in der heutigen Zeit so gebaut werden und so beschaffen und verarbeitet sein, dass sie nicht gesundheitsschädlich sind und man sie vollständig abbauen und weiterverwenden kann. Doch wie lässt sich das Rohstoffmanagement, wie die Kreislauffähigkeit realisieren?

Building Material Passport

Die Antwort lautet: Jedes Gebäude braucht eine Identität. Geschaffen wird diese über einen Ausweis – den sogenannten «Building Circularity Passport» –, in dem alle Bauteile und Materialien erfasst sind, aus denen das Gebäude besteht. Der Vorteil: Durch die Dokumentation entsteht Transparenz, hinsichtlich der Schichtaufbauten, der Schadstofffreiheit sowie der Trenn- und Recyclierbarkeit. Die verwendeten Materialien gehen nicht verloren und können, wenn das Gebäude selbst ausgedient hat, neu zur Verfügung gestellt werden. Das Gebäude wird so zum Rohstoffdepot.

Umsetzung in der Praxis

Damit ein Gebäude zum Rohstoffdepot wird, muss bereits in der Planung auf eine kreislauffähige Verwendung der Ressourcen geachtet werden. Denn dies kann, wenn die Immobilie bereits steht, nicht mehr nachgeholt werden. Kreislauffähiges Bauen ist somit auch eine Designfrage; im Idealfall ist der Um- und Rückbau eines Gebäudes mitsamt seinen Einzelteilen schon in der Planung mitgedacht. Die wissenschaftliche Grundlage hierfür beschreibt das vom Chemiker Prof. Dr. Michael Braungart mitentwickelte Cradle-to-Cradle-Designprinzip, kurz C2C. Drees & Sommer verfügt über internationale C2C-Expertise und konnte diese bereits in vielen namhaften Projekten einbringen. Um der Kreislaufwirtschaft zusätzlichen Schub zu verleihen, arbeiten unsere Experten ausserdem, gemeinsam mit weiteren Mitstreitern, an digitalen Plattformen wie dem Building Material Scout oder Madaster.

Zum Autor

Thiébaut Parent 

Senior Consultant 

Drees & Sommer Schweiz AG

T: +41 (0)43 366 68 68

www.dreso.ch