Nachhaltig Leben

Mit Kleinigkeiten Grosses bewirken

Von Svenja Runciman · 2018

Wie kann jeder Einzelne von uns nachhaltiger leben, ohne den ganzen Alltag umzustellen? Schon kleine Veränderungen der eigenen Gewohnheiten und ein bewussterer Umgang mit Ressourcen können in der Summe viel ausmachen. Einen Beitrag leistet in diesem Zusammenhang auch immer mehr die Sharing Economy.

Der Begriff Nachhaltigkeit ist seit einigen Jahren in aller Munde – und die Notwendigkeit, dass nicht nur grosse Unternehmen, sondern auch Privatpersonen ihren Beitrag leisten, wird immer offensichtlicher. Ganz generell geht es bei diesem Thema darum, unsere Ressourcen so schonend und sinnvoll einzusetzen, dass wir sie auch zukünftig noch nutzen können. Vom Verzicht auf Plastiktüten oder die aktuell heftig diskutierten Strohhalme bis hin zum Car Sharing gibt es eine grosse Bandbreite an Möglichkeiten, nachhaltiger zu leben. In diesem Zusammenhang wird häufig vom ökologischen Fussabdruck gesprochen, den jeder durch sein tägliches Handeln, beispielsweise durch die Essgewohnheiten oder die Wahl des Transportmittels, hinterlässt. Je mehr Ressourcen wir durch unser Verhalten beeinträchtigen und je grösser unser Güter- und Rohstoffverbrauch,
desto grösser wird auch der Fussabdruck.

Mehr Bio, weniger Fleisch

Um den Alltag nachhaltiger zu gestalten, muss man kein Zero-Waste-Experte sein.
Eine Möglichkeit ist beispielsweise bewussteres Einkaufen: Lebensmittel aus der Region haben aufgrund kürzerer Wege eine bessere Umweltbilanz – ideal sind Bio-Lebensmittel, da bei ihrem Anbau die Umwelt nicht belastet wird. Auch der Verzicht auf Fleisch hat enorme Auswirkungen: Nach Aussage der Schweizer Umweltschutzorganisation WWF sind nahezu 70 Prozent der direkten Treibhausgasemissionen unserer Ernährung auf tierische Produkte zurückzuführen.
Bei den Produktionsprozessen werden die klimarelevantesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxid, Methan und Stickoxid in enormen Mengen erzeugt, negativ wirkt sich auch die Abholzung der Wälder für Weideflächen und das Anpflanzen der Futtermittel aus. Ohne enormen Aufwand, und ohne dass gleich das ganze Leben umgekrempelt werden muss, können auch umweltfreundliche Putzmittel, Mülltrennung oder die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel in den Alltag integriert werden.

Teilen statt kaufen

Ein besonderer Bereich beim Thema Nachhaltigkeit ist die Sharing Economy.
Der Gemeinschaftskonsum erfreut sich in der Schweiz immer grösserer Beliebtheit, wie eine aktuelle Studie des Management- und Strategieberatungsunternehmens Deloitte zeigt: Bereits 55 Prozent der Schweizer nutzten Angebote der «teilenden Wirtschaft». Der Sinn dahinter liegt auf der Hand: Durch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen, die nur zeitweise vom Besitzer benötigt werden, vermindert sich der Verbrauch von Rohstoffen und Materialien, die man zur Herstellung eines neuen Produktes gebraucht hätte. Darüber hinaus fallen Verpackungsmaterialien und der Transport der Waren weg, wodurch weitere fossile Brennstoffe eingespart werden. Die Angebote, die meist über Online-Plattformen vermittelt werden, sind vielfältig und zum Beispiel für Autos, Wohnungen oder Elektrogeräte verfügbar. Und auch wenn es hinsichtlich gewisser Aspekte der Sharing Economy kritische Stimmen gibt (beispielsweise können private Fahrdienste die Existenz ausgebildeter Taxifahrer gefährden), ist dieses «Teilen statt kaufen» ein vielversprechendes Prinzip für die Zukunft.