Shared Mobility

Umsteigen für weniger Verkehr

Von Tobias Lemser · 2019

Staus und stockender Verkehr prägen das Strassenbild gerade im städtischen Raum. Um diesem Dilemma zu entrinnen, braucht es intelligente Lösungen, wie Shared Mobility.

Warum tief ins Portemonnaie greifen, wenn man doch mit anderen teilen kann: Eine Denkweise, die seit Jahren immer mehr Schweizer – gerade, wenn es ums Auto geht – verinnerlicht haben. Stichwort Carsharing: ob auf dem Weg zum Flughafen, ins Einkaufszentrum oder mal eben in den Möbelmarkt. Neben wegfallenden Anschaffungs- und Unterhaltskosten überzeugt Carsharing viele Nutzer, da die Fahrzeuge vor allem im städtischen Raum fast überall verfügbar sind und zudem – bei Verzicht auf eine Neuanschaffung – das Klima entlastet wird. Doch warum nur Autos teilen? Mit weiteren Shared-Mobility-Lösungen geht es sogar noch umweltfreundlicher. Denn in immer mehr Städten kann man inzwischen Velos, Roller und E-Trottinetts mieten. So auch in Zürich, das laut einer im Januar veröffentlichten Vergleichsstudie der ZHAW europaweit in puncto Sharing sogar zu den Spitzenreitern gehört. Mit 6,6 Sharing-Fahrzeugen pro 1‘000 Einwohner lässt die Stadt Metropolen wie Berlin, London und Wien deutlich hinter sich. Platz eins belegt Zürich sogar was die E-Trottinetts angeht.

Verknüpfung sämtlicher Verkehrsmittel

Gute Nachrichten für Verkehrsteilnehmer. Was Experten zufolge jedoch noch fehlt, ist eine intelligente Verknüpfung aller Verkehrsmittel, so auch mit dem ÖV. Problem: Bislang wird jedes Sharing-Angebot über eine eigene App verwaltet, sodass eine Koppelung von ÖV-Abonnements und Sharing-Angeboten quasi nicht vorhanden ist. Ziel wird es daher sein, ausgefeilte sogenannte
All-in-One-Apps zu entwickeln, die sämtliche Transportoptionen miteinander verbinden und zudem Bus- und U-Bahn-Fahrpläne sowie Anfahrtsbeschreibungen bereitstellen – eine der effizientesten Lösungen, um etwas gegen den Stop-and-Go-Verkehr und für viele immer unkal­kulierbarere Ankunftszeiten zu tun. Ganz zu schweigen von der Klimabilanz jedes einzelnen: Gerade wer es auf dem täglichen Weg zur Arbeit schafft, etwa Velos und ÖV zu kombinieren, kann grosse Mengen an CO2 sparen.